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Essstörungen

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Essstörungen

Ungelesener Beitragvon Angel » Di 10. Nov 2009, 03:05

Typisch für Ess-Brech-Sucht

Vom äußeren Erscheinungsbild sind bulimische Frauen/Männer scheinbar normal, meist schlank. Sie sind sehr gepflegt und ehrgeizig. Es ist kaum zu erkennen, dass sie Probleme haben und Hilfe benötigen.

Typisch für Ess-Brech-Sucht (Bulimie; Bulimia nervosa):

* Essverhalten in der Öffentlichkeit ist kontrolliert.
* Auswahl von light- und fettarmen Produkten für die Mahlzeiten, die „offiziell“ gegessen werden und im Körper bleiben.
* Trennen in erlaubte und verbotene Lebensmittel.
* Einkauf großer Mengen billiger, leicht verzehrbarer Lebensmittel für die Essanfälle.
* Schlingendes Essen bei den Essanfällen.
* Horten von Lebensmitteln mit gleichzeitiger Angst davor, Lebensmittel zu Hause zu haben.
* Manchmal hohe Verschuldungen aufgrund der hohen Ausgaben für Lebensmittel.
* Keine geregelten Mahlzeiten.
* Nach außen hin funktioniert alles perfekt, die Fassade stimmt.
* Bulimie ist schambesetzt und heimlich.
* Selbstekel, das Gefühl, abnorm zu sein.
* Soziale Isolation, Vernachlässigung von Interessen, depressive Verstimmungen.
* Viele sportliche Aktivitäten.

Mögliche diagnostische Hinweise:

* Andauernde, übertriebene Beschäftigung mit Figur und Gewicht.
* Krankhafte Furcht davor, dick zu werden.
* Scharf definierte, sehr niedrige persönliche Gewichtsgrenze.
* Mindestens zwei Essattacken pro Woche in einem Zeitraum von über drei Monaten.
* Dabei schnelle Aufnahme großer Mengen meist leicht verzehrbarer und kalorienreicher Nahrungsmittel.
* Das Gefühl des Kontrollverlustes über das Essverhalten während der Anfälle.
* Im Anschluss versuchtes Rückgängigmachen der Kalorienzufuhr über:
* selbstinduziertes Erbrechen,
* Medikamentenmissbrauch (z.B. Abführmittel, Entwässerungstabletten…),
* strenge Diäten / Fastenphasen,
* übermäßige körperliche Betätigung.

Diese Verhaltensweisen können einzeln oder parallel auftreten.
Die körperlichen Folgeschäden sind je nachdem wie versucht wird, die Essanfälle rückgängig zu machen, unterschiedlich: Es können Herzrhythmusstörungen, Kreislaufprobleme, Zahnschmelzschäden, Elektorlytentgleisungen (Kalium-/Magnesiummangel) und/oder Nierenschäden auftreten.

Die Regelblutung kann ausbleiben, Schlafstörungen, Haarausfall und/oder Konzentrationsstörungen können auftreten.

Zu den seelischen Folgen gehören starkes Ambivalenzverhalten, Wenn-dann-Denken, Schwarz-Weiß-Denken, Perfektionismus, Abwertung der eigenen Person und anderen bis hin zu Selbsthass und Depressionen. Häufig kommt es zu Verleugnung der Essstörung und die Betroffenen sind bemüht, eine unauffällige Fassade aufrecht zu erhalten. Es kommt zu Schamgefühlen und zu Rückzugsverhalten.

Mehrfachabhängigkeiten mit Alkohol, Drogen, Medikamenten oder Kaufsucht kommen vor, auch selbstverletzendes Verhalten kann zusätzlich auftreten
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Typisch für Binge Eating Disorder

Ungelesener Beitragvon Angel » Di 10. Nov 2009, 03:06

Typisch für Binge Eating Disorder

„Binge“ bedeutet „schlingen“. Der Unterschied zur Ess-Brech-Sucht oder Bulimie liegt im Wesentlichen darin, dass keine Gegenmaßnahmen nach einem Essanfall ergriffen werden, d. h. es erfolgt kein kompensatorisches Verhalten wie z. B. extremer Sport, Hungern oder Erbrechen.

Binge Eating ist eine seelisch bedingte (psychogene) Essstörung, die meist mit Übergewicht oder Adipositas verbunden ist. Das bedeutet aber nicht, dass Übergewichtige automatisch an Binge Eating leiden. Ebenso kann das Krankheitsbild der Binge Eating- Störung auch bei Normalgewichtigen auftreten.

Binge Eating ist unter den psychogenen Essstörungen das Krankheitsbild, welches bisher am wenigstens erforscht ist. Eine abschließende Definition der Diagnosekriterien steht noch aus.

Typisch für Binge Eating Disorder (BED):

* Häufige Heißhungeranfälle, dabei werden große Mengen von Lebensmitteln verzehrt.
* Gestörtes Essverhalten zwischen den Essanfällen (abwechselnd restriktives und unkontrolliertes Essen).
* Fehlende Regelmäßigkeit bei der Ernährung.
* Häufiges Diäthalten und Abbruch von Diäten.
* Störung der Hunger- und Sättigungswahrnehmung.
* Geringe körperliche Bewegung und Aktivität.
* Bevorzugen bewegungsarmer Freizeitbeschäftigungen wie fernsehen und Computer spielen.
* Herunterschlucken von Gefühlen (Ärger, Wut, Traurigkeit, Freude).

Mögliche diagnostische Hinweise:

* Wiederkehrende Episoden von Heißhungeranfällen (mind. 2 pro Woche über sechs Monate). Diese Anfälle werden als zwanghaft
und hemmungslos erlebt. Bei einem Essanfall verschlingen Betroffene eine enorm große Nahrungsmenge in relativ kurzer
Zeit. Danach plagen Schuldgefühle, Depressionen und Selbstvorwürfe das bereits angekratzte Selbstbewusstsein.
* Die Episoden der Essanfälle treten mit mindestens drei der folgenden Symptome auf:
* Übermäßig schnelles Essen, Schlingen.
* Essen bis zu einem belastenden Völlegefühl.
* Essen von großen Nahrungsmengen ohne körperliches Hungergefühl.
* Allein essen aus Scham.
* Ekel, depressive Verstimmungen und Schuldgefühle nach dem Essen.
* Die bei den Essanfällen aufgenommene Nahrung wird im Körper behalten, Aktivitäten, um die Kalorienzufuhr auszuscheiden
oder abzutrainieren, bleiben aus.

Die körperlichen Folgeschäden bei starkem Übergewicht (BMI über 30) sind z.B. Herz-Kreislauf-Erkrankungen (Bluthochdruck, Schlaganfall, Herzinfarkt), Gelenkleiden, Wirbelsäulenschäden, Diabetes mellitus.

ACHTUNG!
Einige Medikamente wie z.B. Bluthochdruckmittel oder Antidepressiva machen eine Gewichtsreduktion sehr schwer. Hier muss ein Spezialist gefragt werden, falls der Wunsch nach Gewichtsreduktion besteht.

Seelische Folgen sind z.B. Resignation, Flucht in Tagträume, Antriebslosigkeit, Depressionen, Hass auf den eigenen Körper, Vermeiden von Spiegeln, Probleme eigene Grenzen zu spüren.

Zusätzlich kann es zu Alkoholmissbrauch, Angstzuständen, Selbsthass, zwanghaftem Putzen und Waschen kommen.
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Typisch für Magersucht

Ungelesener Beitragvon Angel » Di 10. Nov 2009, 03:07

Magersucht: Typisch für Magersucht

Magersüchtige sind von ihrem äußeren Erscheinungsbild auffallend dünn. Sie sind hoch sensibel für die Bedürfnisse anderer und können sich verbal gut mit Freunden, Bekannten und Verwandten auseinander setzen. Der Zugang zu ihrer eigenen Gefühlswelt ist ihnen jedoch sehr schwer möglich. Daher ist es auch für nahe stehende Personen schwer, sie emotional zu erreichen und zu stützen.

Typisch für Magersucht (Anorexie; Anorexia nervosa):

* Fehlender Kontakt zum Körper und dessen Bedürfnissen.
* Der Körper wird als Feind erlebt und bekämpft.
* Ständiges Wiegen und sich zu dick fühlen.
* Der Kopf kontrolliert und steuert.
* Kontrolle vermittelt das Gefühl, autonom und selbständig zu sein.
* Manchmal übertriebene Sparsamkeit und extremer Reinlichkeitssinn, Ablehnung jeglicher lustbetonter Betätigung, eine
ausgesprochen spartanische Lebensweise.
* Rückzugsverhalten.
* Schwarzweißdenken und depressive Verstimmungen.
* Ritualisiertes Essverhalten.
* Extrem langsames Essen, extrem heiß oder kalt essen.
* Verzehr von Baby- oder Kindernahrung, breiige Kost.
* Bevorzugung von kalorienarmen Nahrungsmitteln und Getränken, meist sehr einseitige Nahrungsauswahl.
* Essen vortäuschen, kauen und ausspucken.
* Kochen, backen, Rezepte sammeln und andere zum Essen animieren.
* Vieles im Stehen machen.
* Sich Kälte aussetzen.
* Exzessiv Sport treiben.
* Tragen von schweren Taschen/Rucksäcken.
* Die Betroffenen verweigern sich über lange Zeit, sich ihre Krankheit einzugestehen.

WICHTIG:
Dringender Handlungsbedarf für Angehörige und Freunde besteht, wenn Betroffene apathisch reagieren, nur noch mit leiser Stimme sprechen, kraftlos sind und beim kleinsten Konflikt mit Weinen reagieren. Dies sind Alarmsignale, die als ersten Schritt einen Arztbesuch nötig machen. Betroffene dazu zu zwingen therapeutische Hilfe anzunehmen ist sinnlos. Es ist wichtig, dass Angehörige sich bei fehlender Krankheitseinsicht der Betroffenen an eine Beratungseinrichtung wenden und sich Hilfe holen.



Mögliche diagnostische Hinweise:

* Gewichtsverlust von 20% innerhalb kurzer Zeit (ca. 3-4 Monate) z.B. 12 kg bei ursprünglichen 60 kg und einer Größe von
1,70 m.
* Der Gewichtsverlust ist selbst herbeigeführt durch streng kontrollierte und eingeschränkte Nahrungsaufnahme, übertriebene
körperliche Aktivitäten, selbst induziertes Erbrechen oder Abführen (anfallsartig).
* Ständiges, übertriebenes gedankliches Kreisen um Nahrung und Körperschema.
* Extreme Angst vor Gewichtszunahme.
* Körperschemastörung (der eigene Körper wird immer als fett wahrgenommen, auch wenn schon deutliches Untergewicht
besteht).
* Perfektionismus.
* Hyperaktivität.
* Fehlende Krankheitseinsicht.
* Ausbleiben der Monatsblutung.

Die körperlichen Folgeschäden sind z.B. das Absinken des Stoffwechsels, des Pulses, des Blutdrucks und der Körpertemperatur. Das führt zu Müdigkeit, Frieren und Verstopfung. Trockene Haut und brüchige Haare zeigen die hormonellen Veränderungen an, die sich auch im Ausbleiben der Menstruation und im Extremfall auch in einer Veränderung der Körperbehaarung äußern.

Bei einer Erkrankungsdauer über mehrere Jahre kann es als Folge der hormonellen Veränderung auch zu Osteoporose kommen (Verringerung der Knochendichte).

Bei Einnahme der Pille zur Schwangerschaftsverhütung tritt die Menstruation weiterhin ein. In diesem Fall kann trotz auftretender Menstruation eine Magersucht vorliegen.

Die seelischen Folgen sind z.B. der ständige zwanghafte Vergleich mit anderen Menschen, ein starkes Kontrollbedürfnis, Schuldgefühle, wenn etwas schmeckt, Angst vor eigenen Bedürfnissen, Selbsthass, Geiz, zwanghaftes Verhalten (Waschen/Putzen), sozialer Rückzug, depressive Verstimmungen, manchmal auch selbstverletzendes Verhalten
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Typisch für Ednos

Ungelesener Beitragvon Angel » Di 10. Nov 2009, 03:07

Unter Ednos werden jene Essstörungen zusammengefasst, die entweder eine Mischform aus Anorexia nervosa, Bulimie und Fresssucht darstellen oder nicht eindeutig einer dieser Störungen zuzuordnen sind.

Dazu gehören beispielsweise:
• Frauen, die die Kriterien von Anorexia nervosa (Magersucht) erfüllen, aber noch regelmäßige Menstruationsblutungen haben

• wenn alle Kriterien der Anorexie erfüllt sind, aber trotz deutlichem Gewichtsverlust immer noch Normalgewicht vorliegt
(’ Body-Mass-Index)

• wenn eigentlich die Kriterien für Bulimie erfüllt sind, aber „Binge Eating“-Anfälle oder inadäquates Verhalten nach dem Essen seltener als 2x/Woche oder über einen kürzeren Zeitraum als von drei Monaten auftreten

• bei normalem Körpergewicht inadäquates Verhalten nach der Aufnahme normaler Nahrungsmengen (z. B. selbstinduziertes Erbrechen nach dem Essen von zwei Keksen)

• große Mengen von Nahrung werden gekaut und danach ausgespuckt, aber nicht geschluckt.
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Typisch für Orthorexie

Ungelesener Beitragvon Angel » Mo 30. Nov 2009, 17:08

Orthorexie


***********************************************
Defintion:

Unter Orthorexie wird die zwanghafte Fixierung auf Lebensmittel verstanden, die als gesund bezeichnet werden. Betroffene beschäftigen sich extrem lange mit der Auswahl von Nahrungsmitteln, studieren dabei Nährwertangaben und Vitamingehalt, vergleichen und versuchen, das „gesündeste“ Nahrungsmittel zu finden.
Mit der Zeit werden, auch begünstigt durch Berichte über z.B Gammelfleisch und ähnlichen Lebensmittelskandalen, imemr mehr Lebensmittel für ungesund befunden und aussortiert, wodurch die Betroffenen eine immer mangelhaftere Ernährung entwickeln. Viele von ihnen leben irgendwann weitgehend vegan.
Bei der Orthorexie ist nicht die Gewichtsreduktion das Ziel, sondern das Ausüben einer möglichst perfekten, gesunden Ernährung. Die Betroffenen erkennen hierbei nicht, dass der zwanghafte Charakter ihres Essverhaltens an jeder gesunden Ernährungsweise vorbeigeht.
Die Essstörung wurde erstmals 1997 von Steven Bratman entdeckt und beschrieben, der Name ist von Anorexia Nervosa abgeleitet.
Jedoch ist die Orthorexie allgemein nicht als eigenständige Essstörung, sondern eher als Zwangsstörung oder Symptom einer bereits bestehenden Esstörung mehr oder minder anerkannt, die aber gerade durch die starke Einschränkung der Nahrungsaufnahme in eine Magersucht oder Bulimie führen kann.

Symptome:

-andauernd starke Beschäftigung mit Lebensmitteln in Hinblick auf ihre Qualität als gesunde Nahrung

-zwanghaftes Bestreben, immer gesündere Lebensmittel zu finden, wobei oft viel Geld investiert wird, z.B. weil sie im Bioladen einkaufen und bestimmte Lebensmittel aus einem bestimmten Land kaufen, weil diese von dort am gesündesten sein sollen

-Unfähigkeit, Essen zu genießen

-Schuldgefühle, sofern die aufgestellten Essensregeln nicht vollständig eingehalten wurden.

-der Wunsch, Menschen in der eigenen Umgebung ebenfalls zu einer in ihren Augen gesünderen Lebensweise zu bekehren („Missionierungseifer“)

-ebnenso wie bei der Anorexie und der Bulimie wird die strikte Kontrolle über das eigene Essverhalten als Kompensation von Ängsten oder von einem geringen Selbstbewusstsein genutzt.
Betroffen erlangen durch ihr extrem und exessiv nach gesundheitlichen Aspekten ausgerichtetes Essverhalten ein Gefühl der Überlegenheit, der Sicherheit und Kontrolle über ihr Leben.

-diverse Mangelerscheinung, eventuell auch Untergewicht

Orthorexie ist nicht mit einer gesunden Ernährung zu verwechseln!
Nur, weil die Betroffenen ausschließlich gesunde Lebensmittel zu sich nehmen, bedeutet das nicht, das ihre Ernährung auch nur das geringste mit einer gesunden Lebensweise zu tun hat. Ihr Verständnis von einer gesunden Ernährung entspricht nicht der tatsächlichen Definition, ihre Nahrungsauswahl ist oft einseitig, unausgewogen und bedingt durch die imemr drastischere Einschränkung absolut mangelhaft.

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Typisch für Anorexia Athletica/Exercise Bulimie

Ungelesener Beitragvon Angel » Mo 30. Nov 2009, 17:10

Anorexia Athletica/Exercise Bulimie


***************************************************

Definition:
Anorexia Athletica und die Exercise Bulimie sind der Magersucht bzw. der Bulimie ähnliche Essstörungen, die hauptsächlich Sportler aus den Bereichen Gewichtsklasse-Sport (Ringen, Boxen, Judo, andere Kampfsportarten, Pferderennsport, Gewichtheben, Rudern), Ästhetische Sportarten (Rhytmische Sportgymnastik, Eiskunstlauf, Turnen, Tanz, Turmspringen, Synchronschwimmen), Ausdauersport (Biathlon, Triathlon, Skilanglauf, Langstreckenlauf) und technische Sportarten (Alpinskifahren, Skispringen, Leichtathletik) betreffen.
Die Betroffenen versuchen bewusst, ihr Gewicht mittels Nahrungseinschränkung, Erbrechen (Exercise Bulimie) und extremer körperlicher Aktivität ihr Gewicht bis an die Grenze des Untergewichts und darunter zu reduzieren.
Sie leiden unter den selben oder ähnlichen körperlcihen Symptomen und befinden isch in der ständigen Gefahr, in eine Anorexia Nervosa überzugehen.
Entdeckt und benannt wurde diese Essstörung von Smith (1980) und Pugliese (1983).
Gemeinhin sind beide Essstörungen auch als Sportanorexie/Sportbulimie bekannt,

Symptome:

-die Gewichtsreduktion wird hauptsächlich über exessive körperliche Aktivität erreicht (daher der Name Athletica/Exercise)

-daneben spielt noch der Missbrauch von Diuretika und anderen Medikamenten, Erbechen sowie striktes Diät-Halten eine große Rolle.

-körperliche Folgeschäden der Magersucht und Bulimie:
(Ausbleiben der Periode (bei Frauen)/Unfruchtbarkeit,
Haarausfall,
brüchige Nägel,
Herzrythmus-Störungen,
verhornte Finger,
von der Magensäure zerfressene Zähne,
angeriffener Mund- und Rachenraum,
Verletzungen der speiseröhre und der Magenschleimhaut (->Gastritis),
Languobehaarung,
Schwindel- und Schwächegefühle,
Vitaminmangel,
Mineralienmangel,
Osteoporose,
erhöte Anfälligkeit für Krankheiten,
gesenkte Körpertemperatur,
gesenkter Blutdruck,
Kälteintoleranz,
Erfrierungen,
schuppige, trockene Haut,
im Extremfall Magenwanddurchbruch ( bei der Exercise Bulimie)/ Schrumpfen des Gehirns (Anorexia Athletica)
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Typisch für Pica-Syndrom

Ungelesener Beitragvon Angel » Mo 30. Nov 2009, 17:15

Pica-Syndrom

*********************************************

Als Pica oder Pica-Syndrom – nach lat.: pica (Elster) – wird eine seltene Essstörung bezeichnet, bei der Menschen Dinge zu sich nehmen, die allgemein als ungenießbar oder auch ekelerregend angesehen werden. Die ebenfalls übliche Bezeichnung Pikazismus wurde früher für ungewöhnliche Essgelüste Schwangerer verwendet.

Vereinfacht könnte man sagen, dass es sich hierbei im Gegensatz zu Anorexie und Bulimie um keine „quantitative“, sondern um eine „qualitative“ Essstörung handelt.


Symptome und Beschwerden

Es werden Dinge gegessen, die nicht primär dem menschlichen Verzehr dienen, wie etwa Erde, Asche, Kalk, Lehm, Sand, Steine, Papier, Farbschnipsel oder Pflanzenteile. Manchmal werden auch Dinge verzehrt, die im allgemeinen als ekelerregend gelten, wie etwa Exkremente, Staub und Abfall.

Diagnosekriterien

Das DSM-IV bezeichnet die Pica mit 307.52 als eine Essstörung, bei der keine Lebensmittel, sondern andere Dinge verzehrt werden, und verzichtet auf eine weitere Zuordnung, verlangt aber die Erfüllung folgender Kriterien:

1. Substanzen ohne Nährwert werden für mindestens einen Monat zu sich genommen
2. dies entspricht nicht einem altersgemäßen Entwicklungsstand (psychisch, geistig)
3. das Essverhalten entspricht keiner kulturbedingten Norm
4. wenn die Störung so schwerwiegend ist, dass sie eine besondere Beachtung erfordert (also auch bei gleichzeitig bestehenden anderen, in der Regel ursächlichen Störungen wie: Schizophrenie, kognitive Behinderung, extreme Verwahrlosung als Folge von Vernachlässigung und Misshandlung in der frühen Kindheit, usw.)

Ausreichend schwerwiegend ist die Störung selbstverständlich, wenn die verzehrten Objekte zu schweren gesundheitlichen Beeinträchtigungen wie Vergiftungen, Verletzungen oder mechanischen Beeinträchtigungen im Verdauungstrakt – wie einem Ileus (Darmverschluss) – führen oder es zu einer Unterernährung kommt.

Nicht um eine Pica handelt es sich, wenn beispielsweise spitze oder andere Gegenstände von Gefangenen alleine zum Zweck geschluckt werden, um eine Behandlung und damit alleine die Verlegung aus einer Strafvollzugsanstalt zu erzwingen. (Siehe dazu Selbstverletzung oder Suizid.)

Das Essen von Haaren (eine „Trichophagie“) wird vor allem bei einer Trichotillomanie beobachtet, die zu den Störungen der Impulskontrolle gezählt wird.

Ursachen

Das Pica-Syndrom betrifft relativ häufig geistig behinderte Menschen, Demente, Autisten, Menschen mit anderen psychischen Erkrankungen und Verwahrloste, die teilweise nicht wissen, was sie eigentlich zu sich nehmen.

Folgen und Komplikationen

Pikazismus kann schwerwiegende Folgen haben, zum Beispiel Verstopfung, Beschwerden des Verdauungstrakts (Ileus und andere Erkrankungen) und Vergiftungen durch giftige Pflanzen bzw. Pflanzenteile. Selbst der Verzehr von relativ „harmlosen“ Dingen wie Erde, Lehm oder Asche kann zu Infektionen führen. Lang anhaltender Pikazismus kann zu Fehlernährung, Vitaminmangel und Unterernährung führen; dies ist besonders bei Kindern schwerwiegend.

Behandlung

Psychotherapeutische Maßnahmen können erwogen werden. Ansonsten ist eine entsprechende Beaufsichtigung, bei Gefahr für das eigene Leben eine Unterbringung angezeigt.
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Re: Anorexia Athletica/Exercise Bulimie

Ungelesener Beitragvon grotesk » Mo 30. Nov 2009, 17:42

sind ja eig die gleichen folgebeschwerden wie bei der "normalen" anorexie und bulimie...
wo is na da dann eig der unterschied? es gibt doch auch viele magersüchtige die exzessiv sporttreiben...

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Re: Pica-Syndrom

Ungelesener Beitragvon grotesk » Mo 30. Nov 2009, 17:46


vom essen von haaaren „Trichophagie“ hab ich auch noch nix gehört...werden da einfach haarbüschel gegessen??omg...

hab mal gehört das die ganzen supermodels in o-saft getränkte wattebälchen essen...dann haben die ja auch ne pica form oder?

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Re: Anorexia Athletica/Exercise Bulimie

Ungelesener Beitragvon Angel » Fr 4. Dez 2009, 10:35

Bei der normalen magersucht oder Bulemie muss nicht unbedingt so viel Sport gemacht werden wie hir beschrieben.

Anorexia Athletica nehmen ja hauptsächlich durch ihre sportlichen Aktivitäten ab, weil sie halt einige Stunden am Tag mit Sport verbringen, um ihr Gewicht zu reduzieren.
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Re: Pica-Syndrom

Ungelesener Beitragvon Angel » Fr 4. Dez 2009, 10:57

ne Süsse das ist keine pica Form wenn Models Watte essen!!!

Wir haben z.B. eine Patientin, die echt extrem viel isst und trinkt, sie trinkt 500 ml in knapp 3 Sekunden lehr, dass ist schon heftig.
Vorgestern hatte sie wieder mal voll den Durst und füllt sich die Seife von ihrem Seifenspender im Zimmer in ihren Becher, dann hat sie die Seife auf einen sitz ausgetrunken.
Das ist echt kein Witz, meine Arbeitskollegin, kam da grad in ihr Zimmer und hat es gesehen aber konnte ihr den Becher nicht mehr wegnehmen weil alles so schnell ging.

Das ist richtig ekelhaft!!!
Es wurde gleich die Giftzentrale und der Arzt informiert.

Klar, die Patientin fällt jetzt nicht unter das Pica Syndrom weil dies ja auch der erste Vorfall war und sie ja auch beaufsichtigt wird, aber was wäre wenn die Patientin alleine leben würde?
Ohne Aufsichtspersonal!!!
Ich denke dann würde so etwas öfter passieren und sie könnte auf alle Fälle unter dieses Syndrom fallen.

Mir haben schon oft meine Kollegen erzählt, dass es einen Patienten gab der immer Löffel und alles möglich geschluckt hat.
Das ist so heftig, kann mir gar ned vorstellen wie man solche Gegenstände runter kriegen soll.
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Re: Pica-Syndrom

Ungelesener Beitragvon grotesk » Fr 4. Dez 2009, 13:37

nen löffel?? des kann ich mir auch nicht vorstellen. bleibt der nicht stecken??

boah das mit der seife find ich ja auch echt heftig... wurde der dann der magen ausgepumpt oder wie?

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Re: Pica-Syndrom

Ungelesener Beitragvon Angel » Mo 7. Dez 2009, 20:50

Ne der magen wurde ihr ned ausgepumt, die Seife ist ja ned hochgiftig aber Bauchschmerzen und Übelkeit hatte sie schon.
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Re: Typisch für Binge Eating Disorder

Ungelesener Beitragvon Nora » Mi 23. Dez 2009, 22:54

Habe letzten Dienstag Antidepressiva vom arzt verschrieben bekommen was soll i tun habs noch nicht genommen.
Habe extreme schlafstörungen und bin im moment auch sehr weinerlich (brauch nur im fernsehn sehn das jemand weint fang ich auch gleich an)

Habe erst einmal eine genaommen und habe bis 15 uhr geschlafen, muss aber auch sagen das ich u dem Zeitpunkt grippe hatte.

Weiß aber grad gar nicht ob ich sie nehmen sol oder nicht wen es verhindert das ich abnehme.
Habe aber auch gelesen das es bei vielen keine zunahme an Gewicht gibt die dieses mittel einnehmen (tittico) ???
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Re: Typisch für Binge Eating Disorder

Ungelesener Beitragvon Angel » Do 24. Dez 2009, 12:48

Süsse, das ist eine harte Frage, ich würd mal so sagen, dass dein Arzt sie dir warscheinlich nicht umsonst verschrieben hat, dafür ist er ja auch Arzt.
Versuch mal ganz ganz tief in einem ruhigen Moment, in dich hinein zu horchen, wie es dir geht? wechlche Gedanken du dabei hast? wie du dich fühlst? Wenn die Stimme in dir sagt, dass es dir gar nicht so schlecht geht, dann würd ich sie nicht nehmen wenn deine innere Stimme jedoch sagt, dass es dir gar ned gut geht, dann würd ich auf den Rat deines Arztes hören.

Antidepressiva verursachen keine Gewichtszunahme, deshalb brauchst du dir da keine Gedanken machen.
Nebenwirkungen stehen bei Antidepressiva ganz ganz viele doch es müssen auch nicht alle Nebenwirkungen auftreten.

Versuch dir nicht all zu viele Gedanken zu machen, wenn es dir nicht gut geht, übertägt sich das doch auch auf denen sohn und deinem Freund.
Ein versuch sollte es denk ich wert sein.
Welche Antidepressiva musst du nehmen???
Lg Angel
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Re: Typisch für Binge Eating Disorder

Ungelesener Beitragvon grotesk » Do 24. Dez 2009, 21:42

ich nehm die fluoxetin. bei der einnahme soll angeblich sogar das hungergefühl nach lassen! hab ich aber eig nicht gemerkt.
zugenommen von denen hab ich jedenfalls nicht. ich hab die binge anfälle auch schon vorher gehabt...-.-

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Re: Typisch für Binge Eating Disorder

Ungelesener Beitragvon Nora » Do 24. Dez 2009, 23:04

Ich werde mal die Feiertage abwarten bis der ganze stress vorbei ist (in der arbeit ist momentan ein haufen zu tun) und wenn dann a bissl Ruhe ist werd ich mal in mich gehn, den zur zeit weiß ich das es mir nicht gut geht.

Mal schaun,... aber Danke für eure Ratschläge.
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Re: Essstörungen

Ungelesener Beitragvon shadow » Sa 22. Aug 2015, 21:18

Ich könnte mir echt nicht vorstellen Exkremente oder Staub zu essen. Müsste das nicht eigentlich auch für die Betroffenen eklig sein, oder setzt das auf Grund der Störung aus? :shock:
Ich meine ok, ich habe auch schon einen zettel gegessen, aber nur, weil ihn jemand lesen wollte und ich ihn irgendwie verschwinden lassen musste. :lol: Da war ich noch in der 7. Klasse.
Ich habe mal eine Zeit lang Mirtazapin als Schlafmittel genommen.
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